von Thomas Koch

Dacia Maraini / Drei Frauen

 

Großmutter, Mutter und Tochter, die in einem Haushalt zusammenleben – aber tun sie das wirklich, wenn ein Mann das Gefüge so gründlich durcheinanderbringen kann, wie es den Anschein hat?

Her damit!

von Thomas Koch

Delia Owens / Der Gesang der Flusskrebse

 

Südstaaten, finsterste Provinz. Ein kleines Mädchen und ihr gewalttätiger, saufender Vater. Sonst nur Natur. Wunderbare Bilder, eine grimmige Geschichte.

Her damit!

von Thomas Koch

Norbert Scheuer / Winterbienen

 

Die Eifel im Januar 1944: ein wirklich ungewöhnlicher, waghalsiger Fluchthelfer in einer Welt voller Zerstörung, Hass und Verfolgung - und der tiefe Wunsch nach einer friedlichen Zukunft.

Her damit!

von Thomas Koch

Tristan Garcia / Das Siebte

 

Ein Traum von Unsterblichkeit? Ewiges Leben… Wer kennt nicht „Und täglich grüßt das Murmeltier"? Jeden Morgen wacht der Held auf, alles an diesem Tag beginnt von vorn wie am Tag zuvor und dem davor und dem davor… So oft, bis er endlich zu einem guten Menschen wird. Sehr amerikanisch.

So geht Tristan Garcia nicht an die Sache ran: der namenlose Held beginnt zwar sein Leben immer wieder neu, immer wieder am gleichen Ort zur gleichen Zeit - aber als Neugeborenes unmittelbar nach dem Moment des Sterbens. Allerdings beginnt er mit dem Bewusstsein und der Erinnerung an alle vorherigen Leben. Was für eine Chance, vor vorn beginnen zu können, ein neues Leben leben zu dürfen. Aber auch: was für eine Verantwortung! Was für ein Stress. Ja, und: was für eine Folter!

Garcia findet unglaublich schöne, poetische Bilder; gerade die Schilderungen der Beziehungen des Ich-Erzählers, der Suche nach der ewigen Liebe (und ewig meint hier ewig!), gehören zu den allerstärksten Momenten des Buches.

Früh wissen wir, dass auch für unseren Helden irgendwann die Zeit gekommen sein wird, dass die Geschichte enden wird. Aber - wissen wir das wirklich? Es bleibt spannend und rätselhaft bis zur aller letzten Zeile!

Ein wahrlich lesenswertes, teilweise sehr betörendes und verstörendes Buch, das mich noch immer sehr beschäftigt.

Ewiges Leben? Mal schau’n…

von Thomas Koch

Anders de la Motte / Sommernachtstod

 

Schon wieder ein Schwedenkrimi?? Muss das sein??


Muss es nicht, die Geschichte könnte auch auf der schwäbischen Alb oder auf Sizilien spielen. Es ist auch nicht unbedingt große Kriminalliteratur, wie das Geheimnis um ein seit zwanzig Jahren spurlos verschwundenes Kind gelöst wird. Wie immer, ist es schwierig, zu viel über den Inhalt zu erzählen.


Es ist einfach ein spannendes Buch für die jetzt längeren Abende, das ganz gut thematisiert, wie dörfliche Gemeinschaften funktionieren und was passiert, wenn man als Außenstehender mit Macht versucht, in die überdauerten Strukturen einzudringen.

Mord im Dorf? Her damit!

von Thomas Koch

Ian McEwan / Maschinen wie ich

 

Fast am Ende dieses Buches stehen die Sätze, die super in die heutigen Diskussionen um künstliche Intelligenz passen: „ Anfangs glaubten wir, in zehn Jahren können wir das menschliche Hirn nachbauen. Aber jedes winzige Problem, das wir lösten, warf eine Million neuer Probleme auf. Haben Sie eine Ahnung, was alles nötig ist, um einen Ball zu fangen, eine Tasse an die Lippen zu heben oder auf Anhieb... einen mehrdeutigen Satz zu verstehen?“


Die Geschichte, wie ein lebensechter Android in das Leben zweier Menschen am Beginn einer Liebesgeschichte passt, entwickelt McEwan mit gewohnter Finesse und interessanten Erzählsträngen, wenn auch – weil ein bestimmter Gesprächspartner lebend zur Verfügung stehen muss – in seltsamem zeitlichen Kontext. Es lohnt sich, die diesbezüglichen historischen Ausflüge vielleicht ein wenig schneller zu lesen und sich dafür auf den aktuellen Bezug dieses Romans einzulassen.

Ja, KI interessiert mich!

von Thomas Koch

Alex Lépic / Lacroix und die Toten vom Pont Neuf

 

Commissaire Lacroix, ein Typ wie Maigret; grummelnd, grübelnd, gern mal einen süffeln, feines Essen muss sein, ermittelt erstmals für uns unter Clochards an der Seine.


Sensationelles Lokalkolorit, seitenweise läuft einem das Wasser im Munde zusammen, man will weg hier. Und dann dieser Maigret-Typ - herrlich, schön zu lesen, auch wegen der Selbstironie, macht Spaß. Und jetzt kommen ja die langen kalten Winternächte mit ordentlich Bordeaux …

Her mit dem Schmöker!